Ready for Extreme: High-Speed Messung

(Quelle: factorynet.at)

Objekte bei High-Speed und mehreren hundert Grad messtechnisch zu erfassen, ist ein Gebiet an das sich nur wenige Hersteller wagen. Was da die Welser sensideon jetzt geschafft hat, lässt die Industrie aufhorchen.

Transponder, die auch dort funktionieren, wo andere längst den extremen Betriebsbedingungen erliegen. Ein Versprechen, das sich René Fachberger durchaus zugesteht. Immerhin entwickelte er bei sensideon die ersten SAW-Transpondersysteme mit einer vollständig vernetzbaren Software- und Hardwarearchitektur. Also ein Transpondersystem, welches mit akustischen Oberflächenwellen (Surface Acoustic Waves; kurz: SAW) sich bewegende Objekte in besonders rauen Umgebungen messtechnisch erfassen kann. “Ready for Extremes” heißt es auf der Homepage der Welser sensideon GmbH und Gründer und Geschäftsführer Fachberger will das seinen Kunden auch beweisen. Seit Anfang des Jahres befinden sich seine Transponder in den Folterkammern, sprich Prüfständen, der FH Wels. Der ultimativer Härtetest für die Funksysteme.

Ideal für druckintensive Fertigungsprozesse.
Sensideon bietet SAW-Transpondersysteme mit durchgängiger Netzwerkarchitektur, einschließlich komfortablem Zugriff über Webinterface ? für den Leitstand aber auch für den Kontrollgang mit Tablet. Die Transponder sind passive Bauteile und benötigen daher keine externe Stromversorgung. Sie arbeiten lediglich mit der Energie des Funksignals. “Dieses wird vom Transponder eingefangen und in eine akustische Oberflächenwelle umgewandelt”, erklärt Fachberger. Charakteristisch angeordnete Metallstrukturen am SAW-Chip reflektieren den Eingangsimpuls und bilden die Impulsantwort. “Daraus können wir eindeutige Identnummern, Temperatur, und in Zukunft auch Druck, Dehnung und andere Werte berechnen”, so Fachberger. SAW-Systeme erlauben somit erstmals eine lückenlose Identifizierung und messtechnische Erfassung von bewegten Objekten in temperatur- und druckintensiven Fertigungsprozessen. Sie beweisen ihre Vorzüge besonders in extremer industrieller Umgebung. “Zum Beispiel in der Stahl- und Metallindustrie sowie für Condition Monitoring in Industrieöfen, Großmaschinen und Getrieben”, so Fachberger. Einige Leitbetriebe der Automotiv- und Stahlindustrie testen die Geräte der Welser. Streng unter Geheimhaltung natürlich.

FH Wels griff sensideon unter die Arme.
Als es darum ging, seine SAW-Systeme zu testen, “stieß ich an meine Grenzen”, gibt Fachberger zu. “Uns haben dafür schlicht und einfach die Geräte und der richtige Forschungspartner gefehlt.” Nach Gründung im High-Tech Inkubator von tech2b wandte sich der Welser dann an TIM, eine vom Land OÖ und der WKO finanzierte Technologietransfer-Einrichtung, und fand in Berater Daniel Födinger den idealen Ansprechpartner. Dieser vermittelte ihm erfolgreich die Kontakte zur Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft und damit zu Mario Jungwirth, Professor für Mechatronik an der Fachhochschule Wels. Dadurch wurde sowohl die Finanzierung als auch die Weiterentwicklung der Technologie langfristig gesichert. Worauf sensideon besonderen Wert legte, war eine schnelle Umsetzungskompetenz bei diesen anspruchsvollen Messaufgaben”, betont Jungwirth. Gemeinsam mit einem Team von acht Studierenden wurde daher ein detailliertes Konzept für einen High-Speed-Rotationsmessplatz entwickelt und die dafür nötigen Komponenten eruiert.

Seit Anfang des Jahres wird intensiv getestet. Das Ergebnis: “Absolut ‘Ready for Extremes’”, so der Professor. Die Transponder konnten sogar bei deutlich höheren Drehzahlen arbeiten. Doch der sensideon-Chef hat noch nicht genug. “Es geht immer noch einen Schritt extremer”, so der Geschäftsführer. Er arbeitet bereits mit Hochdruck an der Entwicklung eines Temperaturmessplatzes gearbeitet. Bereits in wenigen Monaten sollen erste Ergebnisse vorliegen.